Von Feinstrick bis Zopfmuster: Das sind die beliebtesten Strickarten und dazu passen sie.
Die verschiedenen Strickarten bestimmen, wie ein Pullover, Cardigan oder Strickkleid fällt, wärmt und wirkt. Vom leichten Cashmere-Feinstrick bis zur voluminösen Grobstrickjacke mit plastischem Zopfmuster kann dasselbe Material ganz unterschiedlich interpretiert werden. Dabei geht es weniger um die Herstellung als darum, hochwertige Strickstücke besser einordnen und passend auswählen zu können. Im Folgenden erfahren Sie den Unterschied zwischen Feinstrick und Grobstrick, lernen die wichtigsten Strickmuster kennen und wie Sie den richtigen Strick für bestimmte Anlässe und Looks auswählen.
- Strickart, Strickmuster, Strickstoff: die Basics
- Feinstrick vs. Grobstrick: Das sind die Unterschiede
- Die wichtigsten Strickmuster im Überblick
- Materialien: So prägt das Garn die Strickart
- Welche Strickart für welchen Anlass und Look?
- Die richtige Pflege je nach Strickart
- FAQ zu Strickarten und Strickmustern
Strickart, Strickmuster, Strickstoff: die Basics
First things first: Strick entsteht, indem Garn zu miteinander verbundenen Maschen verarbeitet wird. Anders als bei gewebten Stoffen, deren Fäden sich im rechten Winkel kreuzen, bildet Strick ein elastisches, bewegliches und dehnbares Flächengebilde. Deshalb passen sich Strickpullover, Cardigans und Kleider dem Körper häufig flexibler an als Kleidungsstücke aus klassischer Webware.
Der Begriff Strickart beschreibt vor allem, wie fein oder grob ein Gestrick gearbeitet ist und welchen grundsätzlichen Charakter es dadurch erhält. Feinstrick besitzt kleine, dichte Maschen und eine glattere Oberfläche, während Grobstrick aus stärkeren Garnen gefertigt wird und deutlich sichtbarer und voluminöser wirkt.
Ein Strickmuster bezeichnet dagegen die konkrete Textur der Oberfläche. Dazu gehören etwa Glattstrick, Rippstrick, Zopf-, Perl-, Waffel- oder Lochmuster. Eine Strickjacke kann beispielsweise aus Grobstrick bestehen und zugleich ein Zopfmuster besitzen. Ebenso kann ein feiner Rollkragenpullover glatt oder gerippt gestrickt sein.
Feinheit, Muster und Material wirken immer zusammen. Sie entscheiden darüber, ob ein Kleidungsstück klar, weich und elegant oder markant, warm und lässig erscheint. Für die Auswahl eines hochwertigen Strickstücks lohnt es sich deshalb, nicht nur auf die Faser, sondern ebenso auf Maschenbild und Verarbeitung zu achten.
» Editor’s Pick: Hier geht es zu unserem Strickpullover-Guide.
Feinstrick vs. Grobstrick: Das sind die Unterschiede
Der Unterschied zwischen Feinstrick und Grobstrick liegt vor allem in der Stärke des Garns und der Größe der Maschen. Feinstrick wird aus dünnem Garn gefertigt und besitzt eine glatte, dichte und leichte Oberfläche. Er trägt wenig auf und eignet sich dadurch besonders für schmal geschnittene Pullover, Rollkragenpullis, Strickpolos, Strickkleider und Cardigans. Ein feiner Merino- oder Cashmerepullover kann direkt auf der Haut, unter einem Blazer oder als schmale Schicht unter einem Mantel getragen werden. Feinstrick wirkt meist reduziert, elegant und clean und funktioniert bei Damen wie Herren weit über die kühlere Saison hinaus.
Grobstrick wird aus stärkeren Garnen gearbeitet und zeigt ein deutlich sichtbares Maschenbild. Das Material entwickelt mehr Volumen und speichert in der Regel mehr Wärme. Eine Strickjacke aus Grobstrick, ein winterlicher Herren-Troyer oder ein Pullover mit Zopfstruktur wird daher häufig zum prägenden Bestandteil eines Looks. Grobstrick wirkt weich, ausdrucksstark und lässig, kann durch klare Schnitte und hochwertige Garne jedoch ebenso elegant inszeniert werden.
Welche Variante besser passt, hängt nicht allein von der Temperatur ab. Feinstrick eignet sich für Layering-Looks, Büro und festlichere Kombinationen, während Grobstrick mehr Präsenz besitzt und besonders in Freizeit- und Winterlooks funktioniert. Auch das gewünschte Volumen spielt eine Rolle: Ein feines Gestrick folgt der Silhouette stärker, ein grobes baut sichtbar Struktur auf.
| Kriterium | Feinstrick | Grobstrick |
|---|---|---|
| Maschenbild | Fein, glatt, dicht | Grob, plastisch, offen |
| Gewicht | Leicht | Schwerer und voluminöser |
| Wärme | Moderat, ganzjährig | Hoch, vor allem für Herbst und Winter |
| Wirkung | Elegant, klar, reduziert | Weich, lässig, ausdrucksstark |
| Ideal für | Büro, Layering, festliche Looks | Freizeit, kalte Tage, äußere Layer |
| Typische Garne | Cashmere, Merino, Baumwolle | Kräftige Wolle, Alpaka, Mischgarne |
Die wichtigsten Strickmuster im Überblick
Strickmuster verändern nicht nur die Oberfläche, sondern auch die Wirkung und Elastizität eines Kleidungsstücks. Manche Strukturen bleiben visuell zurückhaltend, andere machen den Pullover, Cardigan oder das Kleid selbst zum Statement.
Glattstrick
Glattstrick besitzt eine gleichmäßige, ruhige Oberfläche und wird häufig für feine Basics verwendet. Das Muster lenkt nicht vom Schnitt oder vom Material ab und eignet sich deshalb besonders für hochwertige Cashmere- und Merinopullover, schmale Rollkrägenpullover und klassische Cardigans.
Rippstrick
Rippstrick erkennen Sie an seinen vertikalen Rippen. Die Struktur ist elastisch und passt sich dem Körper an. Ein geripptes Strickkleid, ein schmaler Rollkragenpullover oder Bündchen an Ärmeln und Saum erhalten dadurch Form und Beweglichkeit. Je nachdem, wie breit die Rippen ausfallen, wirkt der Look fein und reduziert oder sportlicher und markanter.
Zopfmuster
Das Zopfmuster entsteht durch optisch miteinander verflochtene Maschenbahnen, die eben an einen Zopf erinnern. Die Struktur verleiht Strick mehr Tiefe und eine handwerkliche Anmutung. Ein Strickpullover mit Zopfmuster wirkt besonders in Naturtönen, Creme oder Grau zeitlos, lässt sich durch einen modernen Schnitt aber auch deutlich zeitgemäßer interpretieren. Wie plastische Muster bei offenen Modellen wirken, zeigt unser Guide zu Strickjacken und Cardigans für Damen.
Perl- und Moosmuster
Perl- und Moosmuster besitzen eine gleichmäßig gekörnte Oberfläche. Sie wirken strukturierter als Glattstrick, bleiben jedoch ruhiger als ein Zopfmuster. Besonders bei Cardigans und Pullovern aus mittelfeinen Garnen entsteht ein klarer, hochwertiger Look.
Waffelmuster
Das Waffelmuster zeigt eine raster- oder wabenartige Oberfläche. Es bringt Volumen in den Strick und wird häufig für Freizeitpullover, Troyer und strukturierte Overshirts verwendet.
Lochmuster und Ajour
Lochmuster, auch Ajour genannt, besitzen bewusst durchbrochene Stellen. Sie verleihen Strick Leichtigkeit und eignen sich besonders für sommerliche Pullover, Cardigans und Kleider aus Baumwolle oder leichten Mischgarnen.
Patentstrick
Patentstrick wirkt weich, dick und elastisch. Die Struktur speichert viel Luft und entwickelt dadurch ein besonders voluminöses Maschenbild. Sie ist häufig bei Grobstrickpullovern, Schals und Cardigans zu finden.
Norweger- und Jacquardmuster
Norweger- und Jacquardmuster entstehen durch mehrfarbige Motive. Während klassische Norwegermuster häufig grafische Wintermotive aufgreifen, bezeichnet Jacquard allgemeiner ein eingestricktes, oft mehrfarbiges Muster. Beide Varianten geben einem Strickstück einen sichtbaren, charaktervollen und saisonalen Ausdruck.
| Muster | Erkennungsmerkmal | Wirkung | Typisch bei |
|---|---|---|---|
| Glattstrick | Glatte, ebene Fläche | Klar, ruhig, zeitlos | Feine Pullover, Basics |
| Rippstrick | Vertikale Rippen, elastisch | Körpernah, sportlich, definiert | Rollkragen, Bündchen, Kleider |
| Zopfmuster | Plastische Flechtstrukturen | Handwerklich, warm, markant | Winterpullover, Cardigans |
| Perl- oder Moosmuster | Gleichmäßig gekörnte Textur | Strukturiert, ruhig, hochwertig | Pullover, Cardigans |
| Waffelmuster | Raster- oder wabenartige Struktur | Dekorativ, plastisch, voluminös | Freizeitstrick, Troyer |
| Lochmuster oder Ajour | Bewusst durchbrochene Maschen | Leicht, offen, sommerlich | Sommerstrick, Kleider |
| Patentstrick | Dicke, elastische Rippenstruktur | Weich, warm, voluminös | Schals, Grobstrickpullover |
| Norweger oder Jacquard | Mehrfarbige eingestrickte Motive | Grafisch, charaktervoll, winterlich | Pullover, Cardigans |
Materialien: So prägt das Garn die Strickart
Die Faser beeinflusst, wie fein ein Garn versponnen werden kann, wie weich das fertige Strickstück fällt und wie viel Wärme es bietet. Grundsätzlich gilt: Feine Garne eignen sich besonders für dichte, glatte Gestricke, während dickere Garne und locker versponnene Qualitäten stärkeres Volumen und sichtbarere Maschen erzeugen.
Cashmere wird häufig als Feinstrick verarbeitet, da die feinen Fasern auch in leichter Qualität viel Wärme bieten. Ein Rundhalspullover von Allude, ein Cardigan von Lisa Yang oder ein Modell von Brunello Cucinelli kann dadurch weich, leicht und zugleich wärmend wirken. Cashmere eignet sich ebenso für chunky Winterpullover, doch gerade im Feinstrick kommt die besondere Feinheit des Materials zur Geltung. Hochwertige Modelle gelten als Investment-Pieces, da die Faser selten, aufwändig und bei entsprechender Pflege ewig tragbar ist.
Merino- und Schurwolle sind vielseitig, elastisch und temperaturregulierend. Feine Merinowolle wird für Rollkragen, Poloshirts und Layering-Pullover eingesetzt, stärkere Schurwolle für Grobstrick, Zopf- und Norwegermuster. Bei hochwertiger Qualität fühlt sich Merino weich auf der Haut an und eignet sich für Damen- wie Herrenstrick.
Baumwolle und Leinen wirken leichter und kühler als tierische Fasern. Sie eignen sich für Glatt- und Rippstrick, sommerliche Poloshirts, Cardigans und Lochmuster. Baumwollstrick besitzt meist eine klarere, kompaktere Oberfläche, während Leinen dem Gestrick mehr Trockenheit und Struktur verleiht.
Alpaka ist leicht, warm und häufig leicht flauschig. Das Material wird oft für Grobstrick, Oversize-Pullover und voluminöse Cardigans verwendet. Mischgarne können dabei sinnvoll sein: Wolle sorgt für Stabilität, Alpaka für Wärme und einen weichen Flor, ein geringer Anteil synthetische Fasern können Formbeständigkeit und Strapazierfähigkeit unterstützen.
Welche Strickart für welchen Anlass und Look?
Für Büro und festlichere Anlässe eignet sich feiner Glatt- oder Rippstrick besonders gut. Ein schmaler Cashmere-Rollkragen unter einem Blazer, ein feiner Damenpullover zu einer fließenden Hose oder ein Merino-Polo unter einem Herrenanzug ergeben klare, leichte und präzise Silhouetten. Feinstrick lässt sich unkompliziert in ein Layering integrieren und bleibt auch unter Mantel oder Jacke schmal und angenehm zu tragen.
In der Freizeit darf Strick mehr Textur zeigen. Ein Strickpullover mit Zopfmuster zu einer weit geschnittenen Jeans, eine Grobstrickjacke über einem fließenden Kleid oder ein Herren-Troyer aus Grobstrick zu einer Bundfaltenhose wirken lässig, modern und bewusst materialbetont. Zopf-, Waffel- und Norwegermuster bringen genügend Struktur mit, sodass die übrigen Kleidungsstücke reduzierter bleiben können.
Rippstrick eignet sich als körpernahes Basic. Ein gerippter Rollkragen funktioniert unter Hemd, Blazer, Pullover oder Strickjacke, ein geripptes Kleid unter einem langen Mantel. Männer können auch einen feinen Rippstrickpullover unter einem Overshirt oder einer weiten Jacke tragen.
Wer eine Capsule-Strickgarderobe aufbauen möchte, beginnt am besten mit einem neutralen Feinstrickmodell. Schwarz, Dunkelblau, Grau, Camel oder Creme lassen sich vielseitig kombinieren und funktionieren über mehrere Saisons. Ein Grobstrickpullover, ein Zopfcardigan oder ein gemustertes It-Knit ergänzt die Basis anschließend um mehr Textur und Ausdruck.
Polo Ralph Lauren, Brunello Cucinelli und Hemisphere zeigen sowohl bei Damen als auch bei Herren, wie sich klassische Strickstrukturen über moderne Proportionen neu interpretieren lassen. Auch die LODENFREY Eigenkollektion verbindet ausgewählte Garne mit Schnitten, die sich langfristig in unterschiedliche Looks integrieren lassen.
» Editor’s Pick: Weitere Schnitt- und Styling-Ideen finden Sie im Strickpullover-Guide sowie bei den Strickjacken für Herren.
Die richtige Pflege je nach Strickart
Die richtige Pflege richtet sich immer nach Material und Pflegeetikett. Feine Strickstücke sollten auf links, kühl und mit einem milden Woll- oder Cashmerewaschmittel im Woll- oder Schonwaschgang gewaschen werden. Grobstrick benötigt aufgrund seines höheren Gewichts besondere Aufmerksamkeit: Nach der Wäsche sollte das Kleidungsstück vorsichtig ausgedrückt und liegend auf einem Handtuch getrocknet werden. Auf einem Bügel können sich Schultern, Ausschnitt und Länge verziehen.
Auch Feinstrick wird am besten liegend getrocknet und anschließend gefaltet aufbewahrt. Pilling entsteht vor allem durch Reibung und kann bei Naturfasern bis zu einem gewissen Grad normal sein. Kleine Knötchen lassen sich mit einem geeigneten Strickkamm oder Fusselrasierer behutsam entfernen. Zwischen dem Tragen profitieren hochwertige Garne von einer kurzen Ruhepause an der frischen Luft, damit sich die Fasern wieder aufrichten können. So bleibt der Strick – egal, mit welcher Strickart – lange schön und avanciert zum Investment-Piece für viele Jahre.
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FAQ zu Strickarten und Strickmustern
Welche Strickarten und Strickmuster gibt es?
Zu den grundlegenden Strickarten gehören Fein- und Grobstrick. Sie beschreiben vor allem die Feinheit und Struktur des Gestricks. Wichtige Strickmuster sind Glattstrick, Rippstrick, Zopfmuster, Perl- und Moosmuster, Waffelmuster, Loch- beziehungsweise Ajourmuster, Patentstrick sowie Norweger- und Jacquardmuster.
Was ist der Unterschied zwischen Strickart und Strickmuster?
Die Strickart beschreibt den grundsätzlichen Charakter eines Gestricks, etwa ob es fein, dicht und leicht oder grob, offen und voluminös gearbeitet ist. Das Strickmuster bezeichnet die konkrete Oberflächenstruktur, beispielsweise Ripp-, Zopf- oder Perlmuster.
Feinstrick oder Grobstrick: Was ist besser?
Keine der beiden Strickarten ist grundsätzlich besser. Feinstrick ist leicht, elegant und ideal für Layering, Büro und ganzjährige Looks. Grobstrick bietet mehr Wärme und Volumen und eignet sich besonders für kalte Tage, Freizeitlooks und modische Strick-Pieces.
Welche Strickart eignet sich fürs Büro?
Für das Büro eignet sich feiner Glatt- oder Rippstrick aus Cashmere oder Merinowolle. Diese Qualitäten wirken klar, hochwertig und zurückhaltend und lassen sich gut unter Blazern, Jacken oder Mänteln tragen.