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    Münchner Modepreis

    Die Landeshauptstadt München verleiht zukünftig alle zwei Jahre den Münchner Modepreis. Am 23. Februar ist es erstmalig so weit. Die Kandidaten stammen aus renommierten Münchner Modeschulen und eine Fachjury, bestehend aus namhaften Modeunternehmern, Designern und Fashion Presse bestimmt den Preisträger. Der Münchner Modepreis ist eine Auszeichnung, die kreatives Talent, fachliche Qualifikation und Persönlichkeit sichtbar macht. Hinzu kommt ein Preisgeld, das es den Preisträgern ermöglichen soll, den nächsten Schritt ihrer Karriere zu finanzieren.

    Nachwuchs-Designerin Nathalie Laureen Schenkel zählt zu den nominierten Kandidaten auf den Modepreis und stellt ihre Kollektion im Vorfeld der Preisverleihung vom 10. – 20. Februar bei LODENFREY aus. Im Rahmen des Publikumspreises haben alle Interessenten die Möglichkeit auf muenchen.de für ihren favorisierten Kandidaten abzustimmen.

    Im Interview berichtet uns Nathalie über ihre Entwürfe, Inspirationen sowie ihre Ziele für das kommende Jahr.

    LF: Deine Bachelorarbeit „Implying Lines“ setzt sich mit dem Thema "Kunst in Mode und die Position des Betrachters" auseinander. Was war deine Inspirationsquelle?

    Nathalie: Für meine Abschlusskollektion habe ich mich von einem Kunstwerk der brasilianischen Künstlerin Lygia Pape beeinflussen lassen. Dabei handelt es sich um eine Installation mit goldenen Fäden, die in einem dunklen Raum von der Decke zum Fußboden gespannt sind und sich in unterschiedlich großen Holz-Quadraten bündeln. Unter der Deckenbeleuchtung entstehen so durcheinander verlaufende Lichtkegel, dessen Goldsträhnen, je nach Position des Betrachters, in der Dunkelheit verschwinden oder aus der Dunkelheit heraus aufscheinen. Im Grunde sieht man dabei zu, wie die Kunst im Auge entsteht und sich durch das eigene Handeln verändert.

    Fadeninstallation der brasilianischen Künstlerin Lygia Pape

    LF: Auf welche Art und Weise spiegelt sich dein Thema in deiner Kollektion wider?

    Nathalie: Mein persönliches Ziel war es eine Modekollektion zu entwerfen, die nicht nur die äußerlichen Merkmale der Installation widerspiegelt, sondern auch die Aussage der Künstlerin übernimmt und weiterführt. Im Fall von Lygia Pape geht es um die Forderung der Neokonkretisten, die eine Beteiligung des Betrachters verlangten, um das Werk letztendlich zu vervollständigen. Überträgt man diesen Gedanken auf ein Kleidungsstück, steht es dem vorerst außenstehenden Betrachter frei zu entscheiden, ob er die Kleidung beispielsweise trägt oder berührt. Wichtig ist alleine die Interaktion, aus der heraus er seine persönliche Meinung nach der Kunstwürdigkeit des Werkes fällt und gleichzeitig die Beziehung zwischen Mode und Kunst neu analysiert. 

    Make it simple, but significant

    Entwurf aus Nathalie Schenkels Kollektion "Implying Lines"

    LF: Welche Materialien verwendest du hauptsächlich und sind deine Entwürfe saisonabhängig?

    Nathalie: Am liebsten verwende ich in meinen Entwürfen Naturfaserstoffe, wie Wolle oder Seide. Für die Kollektion habe ich zusätzlich sehr darauf geachtet, dass die fast schon majestätische Stimmung der Kunstinstallation durch hochwertige Stoffqualitäten verdeutlicht wird. Durch die schwarze Farbgebung und zeitlose Schnitte sind die Entwürfe eher unabhängig von einer bestimmten Saison, und sind als besondere Lieblingsstücke das ganze Jahr über tragbar.

    Die Designerin verwendet am liebsten Naturfaserstoffe, wie Wolle oder Seide.
    Dank der schwarzen Farbgebung sowie der zeitlosen Schnitte sind die Modelle saisonal unabhängig

    LF: Welche Designer ob in der Kunst oder Mode inspirieren dich?

    Nathalie: Ich lasse mich gerne immer wieder von neuen Designern und Künstlern beeinflussen und kann mich in dieser Hinsicht auch nie auf einen richtigen „Lieblingsdesigner“ festlegen. Momentan sind es die Entwürfe von Christophe Lemaire und Céline und die aufwendigen Detailarbeiten von Delpozo, die mich begeistern.

    LF: Was ist dein persönlicher Lieblings-Trend in der neuen Saison?

    Nathalie: Gestreckte Silhouetten mit einem Mix aus Lässigkeit und Eleganz.

    LF: Gibt es eine Art Stil-Regel, der du folgst?

    Nathalie: Make it simple, but significant – In der Mode geht es dabei um Einzigartigkeit durch kleine Details, die auf den ersten Blick nicht unbedingt sichtbar, aber nach längerer Betrachtung umso wichtiger für das Kleidungsstück sind. Es ist die Kunst einfache, aber dennoch wertvolle Teile zu entwerfen, die länger als eine Saison überdauern.

    LF: Was sind deine Ziele für dieses Jahr?

    Nathalie: 2016 möchte ich nutzen, um noch einmal praktische Erfahrung in einem internationalen Umfeld zu sammeln. Besonders interessieren mich die Modemetropolen Paris und Mailand.

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